Geschichte der Urania

Die Urania - das erste Science Center der Welt

Wissenschaftliche Erkenntnisse und neue Technologien der Öffentlichkeit zu präsentieren, ist dabei heute wichtiger denn je. Die zunehmend komplizierter werdenden Theorien und Techniken machen es immer schwerer, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu verstehen. Aber auch die Wirkungen und Anwendungen dieses Wissens haben sehr an Bedeutung gewonnen. Umso wichtiger ist es, Möglichkeiten der Begegnung von Wissenschaftlern und einer interessierten Öffentlichkeit zu schaffen, bei denen Forschungsergebnisse nicht nur vorgestellt, sondern auch diskutiert werden können.

Dies bietet die Urania - aktuelles Wissen aus erster Hand, verständlich vorgetragen, durch zeitgemäße Medien unterstützt. Deshalb finden sich unter den Referenten der Urania viele berühmte Namen, Nobelpreisträger und führende Politiker, herausragende Entdecker und bedeutende Künstler. Das heutige Gebäude der Berliner Urania in Schöneberg, unweit des Wittenbergplatzes, ist seit 1962 der Sitz des Vereins. 

Der Impuls zur Gründung der Urania ging von Alexander von Humboldt aus. In seinen berühmten „Kosmos-Vorlesungen“ an der Singakademie (1827/28) bot Humboldt ein umfassendes Bild der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse seiner Zeit und ergänzte damit das Konzept der Volks- und Persönlichkeitsbildung seines Bruders Wilhelm.

Dieser hatte in Wien schon in dieser Richtung gewirkt und unter anderem ein „Naturwissenschaftliches Theaterstück“ mit dem Titel Bilder aus der Sternenwelt aufgeführt. Die Gründung der Einrichtung war auch ganz im Sinne Meyers und durch das Ansehen und den Einfluss Wilhelm Foersters konnten prominente Geldgeber gewonnen werden. In der Folge konnte dann schon 1888 die Urania gegründet werden, die nach der Muse der Astronomie benannt wurde. Neben einem Theatergebäude und einem physikalischen Kabinett gehörte auch eine Sternwarte zu den Errungenschaften der Gesellschaft. In dem ursprünglichen Gebäude in der Invalidenstraße entstand eine Einrichtung, die als Kombination einer öffentlichen Sternwarte, eines wissenschaftlichen Museums und eines experimentellen „Wissenschaftlichen Theaters“ einzigartig war und weit über Deutschland hinaus berühmt wurde. Die Urania wurde zu einem Mittelpunkt des öffentlichen Lebens, an dem spektakuläre Versuche, wie zum Beispiel die Vorführung der Röntgen-Strahlen, und einmalige Berichte weltberühmter Forscher, von Amundsen über Edison bis hin zu Hertz und Wegener, einander ergänzten.

Nach einer schwierigen Phase - über zwei Weltkriege und die Wirtschaftskrise der 20er Jahre hinweg - wurde die Urania 1953 als eingetragener Verein neu begründet. In den folgenden Jahrzehnte wurde das Angebot durch Lesungen berühmter Literaten wie Heinrich Böll, Max Frisch und Günter Grass erweitert.