Die Urania und der Nationalsozialismus

19. Januar 2016

Pressemitteilung Urania Berlin e.V./ 3.16

Die Urania Berlin und der Nationalsozialismus

Die NS-Schreckensherrschaft hat Leid und Elend über unzählige Menschen gebracht, so auch über Dr. Fritz Anselm Arnheim, bis 1933 Vorstandsmitglied der Urania. Der jüdische Rechtsanwalt und Notar Arnheim war einer von 35.000 Berlinerinnen und Berlinern, die von 1933 bis 1945 diskriminiert, verfolgt und in sog. „Osttransporten“ in die Vernichtungslager verschleppt wurden. Mutig stellte sich der findige Rechtsanwalt mit juristischen Mitteln der nationalsozialistischen Gleichschaltung der Urania entgegen.  Arnheim zu Ehren wird das Hauptfoyer der Urania am Freitag, den 29.01., seinen Namen erhalten und mit einer Gedenktafel versehen. Dem voraus geht die Präsentation des Buches „Das Schicksal des Fritz Anselm Arnheim“ von Historiker Jost Wippermann, um 17.30 Uhr in der Urania. Der Eintritt ist frei.

Das gesamte Programm finden Sie unter www.urania.de

 

Jost Wippermann begab sich ein Jahr lang auf Spurensuche, um genaueres über die Umstände von Arnheims Leben im Nationalsozialismus und seiner Deportation zu erfahren.

„Ich stelle (…) den Antrag: Sofort Oberst a.D. von Abercron als Notvorstand abzuberufen und einen anderen Notvorstand zu bestellen“, ist nur einer  der  gut dokumentierten Versuche  Arnheims, die Urania vor der drohenden Übernahme durch NSDAP getreue Vorstände zu bewahren. Eine Gleichschaltung konnte zwar nicht verhindert, aber wesentlich verzögert werden.

Der Geschichtsforscher Wippermann arbeitete sich akribisch durch Archive und Dokumentationszentren Deutschlands, Tschechiens und Polens.  Dies mündete  in ein beeindruckend detailliertes  Buch über das Leben und den grausamen Tod  Fritz Anselm Arnheims  voller persönlicher  Schriften, aber auch perfide bürokratischer Nazi-Dokumente, das auch erstmals alle 996 Personen auflistet, die gemeinsam mit der Familie Arnheim mit dem „Ersten großen Alterstransport I/46“ am 18.8.1942 aus Berlin deportiert wurden.

Im Anschluss an den Vortrag von Jost Wippermann am Fr. 29.01. um 17.30 Uhr bittet die Urania Berlin zur Einweihung des Arnheim-Foyers. Hiermit sind Sie recht herzlich eingeladen.

Gedankt wird der Stiftung Deutsche Klassenlotterie, die der Urania dieses Aufarbeitungsprojekt ermöglicht hat.

Gerne übersende ich Ihnen ein Rezensionsexemplar des Buches „Verfolgt, vernichtet, vergessen: Das Schicksal des Fritz Anselm Arnheim“ von Jost Wippermann. Zudem akkreditiere Sie gern für den 29.01. und vermittle Interviewanfragen.

Mit den besten Grüßen,

Nina Wüllner